Warum ist ein Sprachurlaub so wichtig, um eine Fremdsprache zu erlernen?

Holztur
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Ich möchte hier mit einem Eintrag über ein Thema beginnen, das mir seit geraumer Zeit am Herzen liegt und außerdem der Hauptgrund für die Gründung von Speakable war: die Wichtigkeit vom Sprachurlaub im Ausland!

Ich war und bin noch immer eine Sprachstudentin, so hat das Sprachenlernen für mich noch nie aufgehört, auch wenn es sich dabei um die eigene Muttersprache handelt. Früher besuchte ich Sprachkurse, habe alleine oder mit einem Partner gelernt, lese Bücher auf Deutsch, Russisch oder Italienisch, schaue Filme und beschäftige mich immer wieder mit den unterschiedlichsten Sprachmethoden. Ich liebe es zu reisen und so meine ganz persönlichen Auslandserfahrungen zu sammeln.

Diese unterschiedlichen “Spracherfahrungen” haben mich dazu gebracht, über die geeigneste Sprachlernmethode nachzudenken.

Machen wir aber einen Schritt zurück. Was meine ich mit “Erlernen einer Fremdsprache”?

Damit meine ich, dass man nicht nur die meisten Texte, sondern auch die mündlichen Gespräche verstehen muss und sowohl sich schriftlich als auch mündlich ausdrücken kann. Das entspricht dem Niveau B2 oder C1 des europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Dieses Niveau kann meiner Meinung nach nur mit Hilfe eines Auslandsaufenthaltes erreicht werden!

Diese kurz-mittel- und schließlich langfristigen Auslandsaufenthalte ermöglichten mir das Erlernen meiner Studien-Fremdsprachen Deutsch und Russisch. Meine Sprachreisen gingen nach Deutschland, Österreich und Russland. Ich war gezwungen, die Grammatik, die Vokabel, den Satzbau so anzuwenden, wie ich es in den Büchern für lange Zeit gelernt hatte und die ich vorher so gut wie nie im Alltag wie zum Beispiel beim Einkaufen, Plaudern oder auch Flirten benutzt hatte.

Wenn man als sprachbegeisterte Person ins Ausland reist, taucht man ohne wenn und aber in eine fremde Sprache und Kultur ein. Man ist gezwungen, Straßenschilder, Plakate, Werbungen und vieles mehr in der Fremdsprache zu lesen und diese mit seinen eigenen Sprachkenntissen zu entschlüsseln. Das gilt auch für die einfachsten Gespräche wie zum Beispiel in einem Geschäft, auf der Straße, in den Büros oder mit der neuen Bekanntschaft, die man kennengelernt hat.

Wir stoßen dabei immer wieder auf Sprachschwierigkeiten und sollen genau hier unsere Sprachkenntisse und/oder unsere Fantasie einsetzen, um dieser Situation gerecht zu werden. Diese Begegnung oder besser Konfrontation hilft uns, die Sprachangst (Angst Fehler zu machen) zu überwinden, und uns gleichzeitig von den klassischen Lernbüchern, Verbtabellen und den auswendig gelernten Vokabeln für einen Augenblick fernzuhalten. Diesen “Sprung” gilt es zu machen, dann wird die Sprache lebendig.

Dieser Sprung soll uns Selbstvertrauen geben und nach und nach die rigiden grammatikalischen Regeln sowie die Gebundenheit zum Wörterbuch auflockern. Die Angst davor, Fehler zu machen oder kein Wort zu verstehen, verschwinden längerfristig. Der Sprachurlaub ermöglicht es.

Dieses Bewusstsein führte dazu, dass Speakable das Erlernen von den Sprachen Deutsch und Italienisch so praktisch wie möglich gestaltet. Im Mittelpunkt stehen die mündliche Kommunikation zwischen den Kursteilnehmern/Innen. Um die Kommunikation zu fördern, “werfe” ich meine Studenten/Innen immer wieder in die “Arena der Sprache”. Dazu tragen auch die abwechslungsreiche Sprachtandem-Veranstaltungen, die als Ziel haben, die Sprache in einer entspannten und lustigen Atmosphäre zu üben, bei.